Erst einmal: Deine Anlage ist nicht kaputt
Der Loxone Miniserver arbeitet komplett lokal. Er braucht keine Cloud, um Licht, Beschattung und Heizung zu steuern. Solange niemand etwas ändert, läuft die Anlage morgen genauso wie heute. Das gilt auch für den Miniserver Gen 1, der seit 2019 durch den Miniserver Gen 2 abgelöst ist.
Abgelöst heißt: Neue Funktionen der Loxone-Software kommen für den Gen 1 nicht mehr. Was auf deinem Miniserver programmiert ist, bleibt aber erhalten. Die App auf dem Handy funktioniert weiter, auch wenn sie im Vergleich zur aktuellen Version alt wirkt.
Ein echtes Risiko gibt es trotzdem, und das ist die Hardware. Ein Gerät, das seit vielen Jahren im Verteiler steckt, kann irgendwann ausfallen. Dann zählt nur eines: ob die Projektdatei gesichert ist. Ohne sie muss ein Ersatzgerät komplett neu programmiert werden. Deshalb ist der erste Schritt bei jeder Übernahme das Backup, nicht der Umbau.
Warum der Partner fehlt und was du trotzdem selbst kannst
Loxone wird mit der Software Loxone Config programmiert. Das Ergebnis ist eine Projektdatei, die auf den Miniserver geladen wird. Wer die Datei und den Admin-Zugang hat, kann die Anlage verändern. Wenn der damalige Partner nicht mehr erreichbar ist, fehlt genau das: jemand, der strukturelle Änderungen macht, etwa einen neuen Taster einbindet oder eine Wallbox anbindet.
Viel weniger bekannt ist, wie viel du in der Loxone-App selbst einstellen kannst. Zeiten für die Beschattung, Szenen für das Licht, Solltemperaturen je Raum, Abwesenheit, Urlaubsmodus, das Verhalten der Jalousien bei Sonne. Das sind Einstellungen der Bausteine, keine Programmierung. Sie sind in der App vorgesehen und gehen ohne Partner. Ich zeige dir bei der Übernahme, wo diese Stellschrauben sitzen.
Den Partner brauchst du für alles, was in Loxone Config passiert: neue Geräte, neue Räume, geänderte Logik.
Weg 1: Die bestehende Anlage übernehmen und pflegen
Der ruhigste Weg. Ich übernehme die Anlage als Loxone-Partner, so wie sie ist. Zuerst lade ich die Projektdatei vom Miniserver, sichere sie und lege eine Dokumentation an: welche Extensions verbaut sind, welche Ausgänge wohin gehen, welche Bausteine was steuern. Dann setze ich deine Wünsche um, soweit sie mit dem Gen 1 möglich sind, und zeige dir in der App, was du künftig selbst anpassen kannst.
Die Übernahme rechne ich nach Aufwand ab, mit einer Schätzung vorab. Wie viel Aufwand es wird, hängt weniger vom Alter der Anlage ab als davon, ob Zugang und Projektdatei vorhanden sind.
Für wen: Die Anlage tut, was sie soll. Du willst kleine Änderungen, eine Sicherung und jemanden, den du anrufen kannst. Die aktuellen Energiefunktionen von Loxone gibt es für den Gen 1 nicht mehr. PV und Wallbox bleiben bei diesem Weg also außen vor oder kommen über Weg 3 dazu.
Weg 2: Umstieg auf den Miniserver Gen 2
Wenn du wieder alle Möglichkeiten von Loxone willst, tauschst du den Miniserver. Die Verkabelung bleibt. Die Extensions im Verteiler bleiben. Die Air-Komponenten im Haus bleiben. Ich migriere das bestehende Projekt auf den Gen 2, prüfe jeden Baustein und nehme die Anlage wieder in Betrieb. Den Tausch im Verteiler stimme ich mit deinem Elektriker ab.
Danach hast du die aktuelle App, alle neuen Funktionen der Loxone-Software und die Energiebausteine, mit denen PV, Wallbox und Wärmepumpe innerhalb von Loxone zusammenspielen. Wer bei Loxone bleiben will, sollte diesen Weg gehen, bevor der alte Miniserver ausfällt, nicht danach.
Für wen: Die Anlage ist gut geplant, das Haus soll bei Loxone bleiben, und es soll spürbar etwas dazukommen. Bei einer Neuplanung mit Loxone kommt bei mir ohnehin alles von Loxone, auch die Energieseite. Mehr dazu unter Loxone planen, programmieren, nachbetreuen.
Weg 3: Home Assistant daneben für Energie und neue Geräte
Diesen Weg gehe ich nur in genau einem Fall: Das Haus ist mit einem Miniserver Gen 1 über die Jahre gewachsen, aber in der Software ist nichts mehr dazugekommen. Loxone bleibt dann für das, was läuft, also Licht, Beschattung und Raumregelung. Daneben kommt Home Assistant für alles Neue: Wechselrichter, Wallbox, Wärmepumpe, Batteriespeicher, Zigbee-Geräte. Beide Systeme verbinde ich über meine eigene Loxone-Integration für Home Assistant, die auf der Downloads-Seite frei verfügbar ist.
Home Assistant ist dabei kein Selbstbau. Ich richte es als professionelles System ein, mit Backups, Fernzugriff über Tailscale, einem VPN ohne Portfreigabe im Router, und auf Wunsch mit Wartung ab 49 € im Monat. Updates sind freiwillig. Wer nicht updatet, bei dem ändert sich nichts. Das Starterpaket beginnt bei 1.250 €, Details unter Home Assistant vom Profi. Wie der PV-Überschuss dann auf Wallbox und Wärmepumpe verteilt wird, steht im Ratgeber PV-Überschuss richtig nutzen.
Bei einem neu geplanten Loxone-Haus kombiniere ich nicht. Dort kommt alles von Loxone. Weg 3 ist die Lösung für gewachsene Häuser, deren Loxone-Seite eingefroren bleiben soll.
Welcher Weg für wen
Drei Fragen entscheiden: Wie alt ist die Anlage, was soll dazukommen, und was willst du ausgeben. Eine Anlage aus den ersten Jahren, bei der die Hardware ohnehin an ihr Ende kommt, spricht für den Umstieg. Ein Haus, in dem nur die Doku fehlt und ein paar Zeiten anders sein sollen, braucht nur die Übernahme. Wo PV und Wallbox das eigentliche Thema sind und Loxone sonst passt, ist Home Assistant daneben oft der günstigste Weg.
| Weg | Was bleibt | Was neu wird | Für wen |
|---|---|---|---|
| Übernahme und Pflege | Miniserver Gen 1, Verkabelung, Extensions, Programmierung | Sicherung, Dokumentation, Ansprechpartner, kleine Änderungen | Anlage passt, nur Sicherheit und Kleinigkeiten gewünscht |
| Umstieg auf Gen 2 | Verkabelung, Extensions, Air-Komponenten, migriertes Projekt | Miniserver, aktuelle App, alle neuen Loxone-Funktionen, Energie in Loxone | Haus bleibt bei Loxone, es soll spürbar etwas dazukommen |
| Home Assistant daneben | Komplette Loxone-Anlage, eingefroren | Zweite Zentrale für PV, Wallbox, Wärmepumpe und neue Geräte | Gewachsenes Haus, Energie ist das Thema, Loxone soll unverändert bleiben |
Wenn du grundsätzlich unsicher bist, ob Loxone oder Home Assistant besser zu dir passt, hilft der Ratgeber Loxone oder Home Assistant. Für ein bestehendes Loxone-Haus ist die Antwort aber fast immer: Loxone bleibt.
Was du vor dem Termin bereitlegen solltest
Je mehr davon da ist, desto schneller geht die Übernahme.
- Admin-Zugang zum Miniserver: Benutzername und Passwort des Administrators. Damit lässt sich das Projekt direkt vom Miniserver laden.
- Projektdatei: Die Datei aus Loxone Config, oft auf einem USB-Stick oder in einer Mail vom damaligen Partner. Wenn der Zugang da ist, hole ich sie auch ohne Datei vom Miniserver.
- Verbaute Extensions: Ein Foto vom offenen Verteiler reicht. Daran sehe ich, welche Erweiterungen und wie viele Ein- und Ausgänge vorhanden sind.
- Air-Komponenten: Funktaster, Klimasensoren, Air-Aktoren im Haus, falls vorhanden.
- Deine Wünsche: Was soll dazukommen, was stört im Alltag, welche Geräte hängen heute nicht dran. Wechselrichter, Wallbox und Wärmepumpe mit Hersteller und Typ.
- Unterlagen vom Elektriker: Verteilerplan oder Stromlaufplan, falls es sie gibt.
Ehrlich gesagt: Ohne Admin-Zugang und ohne Projektdatei wird es aufwendiger. Dann bleibt zuerst die Nachfrage beim früheren Partner oder Elektriker. Erst wenn beides nicht zu bekommen ist, reden wir über eine Neuprogrammierung. Mit Zugang ist die Projektdatei dagegen in wenigen Minuten gesichert.
Wenn du nicht weißt, was in deinem Verteiler steckt, komme ich zum Smart-Home-Check vor Ort um 349 €. Der wird auf einen Folgeauftrag angerechnet. Danach weißt du, welcher der drei Wege passt und was er kostet.