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E-Auto lädt im Carport unter der PV-Anlage, Abendsonne
Ratgeber

PV-Überschuss nutzen: Wärmepumpe, Wallbox oder Speicher zuerst?

Einspeisen bringt ein paar Cent, abends kaufst du zum vollen Preis zurück. Mit Steuerung bleibt der Mittagsstrom im Haus.

Von Ing. Thomas Basting, September 2026, 5 Minuten Lesezeit

Kurzfassung
  • Selbst verbrauchen spart den vollen Bezugspreis.
  • Reihenfolge: Haushalt, Warmwasser, Wallbox, Speicher, in der Übergangszeit die Heizung.
  • Dafür braucht es eine Messung am Netzanschluss, eine Zentrale und steuerbare Geräte.

Ein Tag, zwei Ergebnisse

Gleiches Haus, 8 kWp, sonniger Frühlingstag. Mit Steuerung wandern Warmwasser und Autoladen in die Mittagsstunden, der Netzbezug halbiert sich ohne Verzicht.

Ohne Steuerung

Warmwasser 5:30 Uhr, Auto lädt ab 17:30 Uhr

Tagesverlauf ohne Steuerung: PV-Erzeugung, Verbrauch, Eigenverbrauch, Netzbezug und Einspeisung 0246 kW0 Uhr6 Uhr12 Uhr18 Uhr24 Uhr
Eigenverbrauch22 %
aus dem Netz22,9 kWh
eingespeist27,4 kWh

Mit Überschusssteuerung

Warmwasser 11:30 Uhr, Auto lädt mit der Sonne

Tagesverlauf mit Steuerung: PV-Erzeugung, Verbrauch, Eigenverbrauch, Netzbezug und Einspeisung 0246 kW0 Uhr6 Uhr12 Uhr18 Uhr24 Uhr
Eigenverbrauch58 %
aus dem Netz10,1 kWh
eingespeist14,6 kWh
  • PV-Erzeugung
  • Verbrauch
  • selbst verbraucht
  • aus dem Netz
  • eingespeist
Rechenmodell mit 15-Minuten-Werten: 35 kWh Ertrag, Wärmepumpe 1,5 kW, E-Auto 11 kWh, kein Speicher. Tippen zeigt die Werte.

Die Reihenfolge der Verbraucher

Geordnet nach Nutzen pro Kilowattstunde und Aufwand:

  1. HaushaltSpüler, Waschmaschine und Trockner mittags starten, bei Bedarf per Shelly-Steckdose.
  2. WarmwasserWärmepumpe oder Heizstab heben den Speicher mittags auf 55 Grad. Wärme ist der günstigste Speicher im Haus.
  3. WallboxLädt nur bei Überschuss und regelt mit: Ladestrom, Start und Stopp, Phasenumschaltung.
  4. BatteriespeicherNimmt den Rest für den Abend. Die teuerste Art, Strom aufzuheben.
  5. HeizungIm Frühjahr und Herbst hebt die Wärmepumpe mittags den Vorlauf an. Der Estrich puffert, deshalb nur mit Fußbodenheizung.
Der Beispieltag als Animation.

So sieht das am Handy aus

Home Assistant zeigt im Energie-Dashboard, woher der Strom kommt. Der Beispieltag um 12:30 Uhr: 4,6 kW vom Dach, ins Netz 0,0 kW.

Nachbau mit den Werten des Beispieltags. Das echte läuft lokal, ohne Cloud.

Warmwasser: Wärmepumpe oder Heizstab

Heizstab

1 kWh → 1 kWh Wärme

Die billigste Lösung: ein Schaltaktor im Verteiler, fertig.

Wärmepumpe

1 kWh → 3 kWh Wärme

Nimmt Umgebungswärme mit, angesteuert über SG-Ready oder Modbus.

Warmes Badezimmer im Abendlicht mit Dusche und Waschtisch
Der Speicher hält die Wärme bis zum Abend.

SG-Ready steht im Handbuch unter Steuereingänge oder Smart Grid. Fehlt es, bleibt der Heizstab oder ein Zeitprogramm für mittags.

Wallbox: Laden mit der Sonne

Die Steuerung misst den Überschuss am Netzanschluss und gibt der Wallbox genau so viel Ladestrom frei. Unter 1,4 Kilowatt lädt kein Auto, dann pausiert sie, statt Netzstrom zu holen.

Überschussladen: Die Ladeleistung folgt dem PV-Überschuss, bei Wolken pausiert die Wallbox, unter 1,4 kW lädt kein Auto 024 kW8 Uhr10 Uhr12 Uhr14 Uhr16 Uhr18 Uhr Mindestleistung 1,4 kW Wolke Wolken
  • PV-Überschuss
  • Ladeleistung Wallbox
Kurze Wolken überbrückt eine Verzögerung. Für ein sicher volles Auto gibt es eine Zielzeit, notfalls mit Netzstrom.

Gemessen wird an der Kundenschnittstelle des Smart Meters, mit einem Shelly Pro 3EM oder am Netzzähler des Wechselrichters. Eine Wallbox nur mit Schlüsselschalter kann es nicht.

Warum die Hersteller-App nicht reicht

Drei Apps

Wechselrichter, Wallbox und Wärmepumpe sehen nur sich selbst und ziehen mittags zusammen mehr, als das Dach liefert.

Eine Zentrale

Home Assistant oder Loxone sieht alle Geräte und setzt die Reihenfolge durch: Warmwasser, Auto, Speicher.

Wand-Touchpanel mit Home-Assistant-Dashboard im Technikraum
Eine Oberfläche für alles: Wandpanel im Technikraum, Bezirk Perg.

Welche Zentrale passt: Loxone oder Home Assistant. Eigene Ratgeber gibt es für KNX, den Loxone Gen 1 und den Altbau.

Speicher und dynamische Tarife

Ich rechne zuerst Warmwasser und Wallbox durch, dann den Speicher. Ist er schon da, lädt er bei vielen Wechselrichtern von selbst zuerst. Per Modbus lässt sich das oft umdrehen, aber nicht bei jedem Modell.

Hybrid-Wechselrichter mit Status-LEDs im Technikraum
Hybrid-Wechselrichter mit Batteriespeicher im Technikraum.

Dynamische Tarife passen dazu: Im Winter lädt das Auto nachts günstig, die Wärmepumpe läuft in billigen Zeitfenstern. Voraussetzung: ein Smart Meter mit Viertelstundenwerten.

Checkliste vor dem Termin

Fotos vom Typenschild reichen meistens:

  • Wechselrichter: Modell, Speicher, im Netzwerk?
  • Wärmepumpe: Modell, Baujahr, SG-Ready?
  • Wallbox: Modell, im Netzwerk, eigene App?
  • Zähler: Smart Meter mit Kundenschnittstelle oder Platz für einen Shelly Pro 3EM?
  • Verbrauch: Jahresabrechnung, Screenshot der Einspeisung.
Verteiler mit PV-Speicher und Notstrom
Ein Foto vom Verteiler zeigt, ob Platz für den Shelly Pro 3EM ist.

Für die erste Anfrage brauchst du nichts davon.

Was kostet eine PV-Überschusssteuerung?

Das Energiepaket mit Anbindung, Vorrang-Logik, Dashboard und Einweisung biete ich passend zu deiner Anlage an, nach den ersten Wochen stellen wir nach. Einstieg ist der Smart-Home-Check, er wird angerechnet. Zum Selbst-Starten:

Zählerschrank mit Energiemessmodul und drei Stromwandlern, Handy zeigt die Leistung liveKI-Symbolbild

Strom messen

Shelly Pro 3EM und drei Shelly Plug S: Verbrauch und Einspeisung in Echtzeit. Den Einbau im Zählerschrank macht der Elektriker.

169 €inkl. USt, Einrichtung + 219 €Paket anfragen
Home Assistant Green mit Zigbee-Stick auf einem Sideboard im WohnzimmerKI-Symbolbild

Home Assistant Starter

Mini-PC mit Home Assistant und Zigbee-Gateway SLZB-06MU.

489 €inkl. USt, Einrichtung + 389 €Paket anfragen

Ich arbeite in Wels-Land, Vöcklabruck, Grieskirchen und Linz-Land: Smart Home in Wels.

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Häufige Fragen

Was bringt mehr: Batteriespeicher oder Wärmepumpe mit PV-Überschuss?

Pro investiertem Euro meist die Wärmepumpe. Sie nutzt vorhandene Technik, ein SG-Ready-Kontakt und ein kleiner Aktor reichen, und der Warmwasserspeicher hält die Wärme bis zum Abend. Ein Batteriespeicher kostet deutlich mehr und rechnet sich dadurch langsamer. Sinnvoll ist er vor allem bei hohem Abendverbrauch.

Kann meine Wallbox mit PV-Überschuss laden?

Wenn sie sich von außen steuern lässt, ja. Dafür braucht sie OCPP, Modbus oder eine lokale Herstellerschnittstelle. go-e, KEBA, Fronius Wattpilot, openWB und Easee können das. Dazu kommt eine Messung am Netzanschluss und eine Zentrale wie Home Assistant, Loxone oder evcc, die den Ladestrom mit der Sonne mitregelt.

Reicht ein Heizstab im Boiler statt der Wärmepumpe?

Er ist die billigste Lösung und schnell nachgerüstet, ein Shelly im Verteiler schaltet ihn nach Überschuss. Effizient ist er nicht: Aus einer Kilowattstunde Strom wird eine Kilowattstunde Wärme, die Wärmepumpe macht daraus rund drei. Wenn die Wärmepumpe SG-Ready oder Modbus hat, nehme ich sie zuerst.

Warum reicht die App meines Wechselrichters nicht?

Weil sie nur die Geräte des eigenen Herstellers sieht. Wallbox und Wärmepumpe anderer Marken greifen dann gleichzeitig nach demselben Überschuss, und der Rest kommt aus dem Netz. Erst eine gemeinsame Zentrale, die alle Geräte kennt, kann eine Vorrang-Reihenfolge durchsetzen.

Muss der Elektriker etwas machen?

Das hängt vom Projekt ab. Für die Messung kommt ein Shelly Pro 3EM auf die Hutschiene, er misst alle drei Phasen, damit die Steuerung den Überschuss kennt. Arbeiten im Zählerschrank und im Verteiler, also die Messung, den Aktor für den SG-Ready-Kontakt der Wärmepumpe oder einen neuen Stromkreis für die Wallbox, baut dein Elektriker ein und nimmt sie ab. Die Anbindung über Netzwerk und die Logik übernehme ich.

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