Was Loxone ist und für wen es gebaut wurde
Loxone kommt aus Kollerschlag im Mühlviertel und ist ein geschlossenes System. Im Verteiler sitzt der Miniserver, eine kleine Steuerung, an der alle Leitungen zusammenlaufen. Dazu kommen Taster, Aktoren und Sensoren aus dem eigenen Sortiment, verkabelt über Loxone Tree, einen zweiadrigen Bus, oder per Funk über Loxone Air. Fremde Hardware ist möglich, aber nicht der Kern der Sache.
Der Miniserver arbeitet komplett lokal, eine Hersteller-Cloud brauchst du nicht. Von unterwegs geht der Zugriff über den Loxone Cloud-DNS oder ein VPN. Die Bausteine für Automatikbeschattung und Raumregelung sind ausgereift, man stellt Parameter ein, statt Logik zu schreiben. Genau das macht das System so stabil. Es läuft oft jahrelang, ohne dass jemand hineinschaut.
Eingerichtet wird Loxone vom Partner mit der Software Loxone Config. Danach ist Loxone erstaunlich laienfreundlich: In der App stellst du Zeiten, Szenen, Solltemperaturen und das Verhalten der Beschattung selbst ein, ohne jemanden anzurufen. Den Partner brauchst du erst, wenn sich am Aufbau etwas ändert, etwa ein neuer Taster oder eine zusätzliche Extension. Mehr dazu unter Loxone planen und programmieren.
Was Home Assistant ist und wo es glänzt
Home Assistant ist Open Source, also freie Software, die eine weltweite Gemeinschaft entwickelt. Sie läuft lokal auf einem kleinen Rechner, etwa dem Home Assistant Green oder einem Mini-PC, und kostet keine Lizenz. Über 2.000 Gerätetypen lassen sich anbinden: KNX, Zigbee, Shelly, Wärmepumpen per Modbus, Wechselrichter von Fronius bis Huawei, Kameras, Saugroboter.
Das ist die große Stärke, und sie braucht jemanden, der sie sauber einrichtet. Wer heute in ein Smart Home investiert, will kein Hobby, sondern ein System, das fertig ist, wenn ich gehe. Genau so setze ich Home Assistant auf: Geräte angebunden, Automatik eingestellt, Dashboard auf dem Handy, Doku übergeben. Danach bedienst du es wie jede andere App.
Auch Home Assistant läuft ohne Hersteller-Cloud. Von unterwegs richte ich den Zugriff über Tailscale ein, ein VPN, das ohne Portfreigabe am Router auskommt. Nur Geräte, die selbst eine Cloud voraussetzen, brauchen das Internet. Wie ich das einrichte, steht unter Home Assistant vom Profi.
Loxone und Home Assistant im Vergleich
| Kriterium | Loxone | Home Assistant |
|---|---|---|
| Hardware | Miniserver im Verteiler, eigenes Sortiment über Tree und Air | Home Assistant Green oder Mini-PC, Geräte beliebiger Hersteller |
| Lizenz | Keine laufende Lizenz, Hardware ist der Preis | Keine, Software ist frei |
| Wer programmiert | Loxone-Partner mit Loxone Config | Du selbst oder ein Integrator, über die Oberfläche |
| Änderungen später | Vieles selbst in der App, Umbauten über den Partner | Vieles selbst in der App, Umbauten durch mich oder dich |
| Fremdgeräte | Über Modbus, Schnittstellen und Umwege, mit Aufwand | Kernstärke, über 2.000 Gerätetypen |
| Energiemanagement | Gut mit Loxone-Komponenten und angebundener Wärmepumpe | Sehr gut, Wechselrichter und Wärmepumpen meist direkt anbindbar |
| Bedienung | Loxone-App und Touch-Taster, sehr einheitlich | App und Dashboards nach Wunsch, Taster je nach Hersteller |
| Support | Hersteller und Partner, Anlage abhängig vom Partner | Community, Doku, auf Wunsch Wartung durch mich |
Die Tabelle ist bewusst grob. Ein Haus mit fünf Shelly-Dosen ist ein anderer Fall als ein Neubau mit vierzig Tree-Tastern.
Was beides kostet
Bei Loxone zahlst du Hardware und Programmierung. Meine Planung und Integration für ein Einfamilienhaus beginnt bei 2.900 € inklusive Umsatzsteuer. Die Loxone-Hardware kommt nach Stückliste dazu und liegt für ein Einfamilienhaus typischerweise zwischen 4.000 und 12.000 €, je nach Umfang. Die Elektroinstallation macht der Elektriker nach meinem Plan.
Bei Home Assistant kostet die Zentrale 120 bis 400 €, eine Lizenz gibt es nicht. Mein Starterpaket mit Hardware, Einrichtung, Anbindung der vorhandenen Geräte, Dashboards und Einweisung beginnt bei 1.250 € inklusive Umsatzsteuer. Wer die Pflege abgeben will, nimmt die Wartung ab 49 € im Monat mit Updates, Backup-Kontrolle und Fernsupport.
Ehrlich verglichen ist Home Assistant im Bestand günstiger, weil vorhandene Geräte weiterverwendet werden. Im Neubau ist der Unterschied kleiner. Taster, Aktoren und Sensoren müssen in beiden Fällen gekauft werden, der Miniserver ist dann nur ein Posten von vielen.
Die Nachteile, die dir keiner sagt
Loxone bindet dich an ein Sortiment und an einen Partner. Wenn der Installateur nicht mehr erreichbar ist, steht die Anlage so lange still, bis jemand die Konfiguration übernimmt. Das ist einer der häufigsten Gründe, warum Leute bei mir anrufen. Fremde Geräte wie ein Saugroboter oder eine bestimmte Wärmepumpe lassen sich anbinden, aber mit Umwegen und Stunden.
Home Assistant hat kein Sortiment, das man im Verteiler klemmen kann. Im Neubau brauchst du trotzdem eine Basis für Licht und Beschattung, und die plant und verdrahtet der Elektriker: KNX, Bosch Smart Home oder Homematic IP, je nachdem, welche Taster dir gefallen und was das Budget hergibt. Updates sind bei Home Assistant freiwillig. Wer nicht updatet, bei dem ändert sich auch nichts, das System läuft weiter wie am ersten Tag. Aktualisiert wird, wenn du eine neue Funktion willst, und dann mache ich das.
Beide Systeme laufen ohne Cloud. Wer dir erzählt, Loxone brauche das Internet oder Home Assistant sei unsicher, weil es offen ist, hat sich beides nicht angeschaut.
Beides kombinieren: nur bei einer gewachsenen Loxone-Anlage
Ich kombiniere beide Systeme nur in einem Fall: Ein Haus läuft seit Jahren mit einem Loxone Miniserver Gen 1, ist über die Zeit gewachsen, aber in der Software ist nichts mehr dazugekommen, weil der Partner weg ist oder der Miniserver keine neuen Funktionen mehr bekommt. Dann bleibt Loxone für alles, was läuft, und Home Assistant kommt daneben für Neues: Wechselrichter, Wärmepumpe, Wallbox, Kameras. Dafür pflege ich eine eigene Loxone-Integration für Home Assistant, die auf der Downloads-Seite frei verfügbar ist. Wie das im Detail geht, steht im Ratgeber Loxone Miniserver Gen 1.
Bei einer Neuplanung gibt es die Kombination nicht. Wer Loxone will, bekommt alles von Loxone, damit ein System aus einer Hand entsteht. Wer das nicht will, bekommt Home Assistant mit KNX, Bosch Smart Home oder Homematic IP als Taster- und Aktor-Ebene. Wie der PV-Überschuss dann verteilt wird, steht im Ratgeber PV-Überschuss richtig nutzen und unter Energiemanagement.
So entscheidest du
Fünf Fragen reichen meistens. Geh sie ehrlich durch, und die Antwort ergibt sich fast von selbst.
- Neubau, und der Elektriker kann Loxone: Loxone ist die sichere Wahl. Tree-Verkabelung, Programmierung nach deinem Tagesablauf, danach Ruhe.
- Bestand mit gemischter Technik: Shelly hier, Zigbee dort, eine alte KNX-Linie, PV vom Vorbesitzer. Home Assistant führt das zusammen. Wie das ohne Stemmen geht, steht im Ratgeber Smart Home im Altbau.
- Energiemanagement ist dir wichtig: Home Assistant, allein oder neben Loxone. Die meisten Wechselrichter und Wärmepumpen sind dort direkt anbindbar.
- Budget knapp und Geräte schon da: Home Assistant, weil nichts weggeworfen wird.
- Du willst nie selbst hineinschauen: Beides geht. Loxone läuft nach der Einrichtung jahrelang, Home Assistant genauso. Wer die Pflege ganz abgeben will, nimmt bei Home Assistant die Wartung dazu.
Wenn du unsicher bist, schau ich es mir an. Beim Neubau anhand des Plans, im Bestand beim Smart-Home-Check vor Ort um 349 €, der auf einen Folgeauftrag angerechnet wird. Ich setze beide Systeme um und habe kein Interesse daran, dir das falsche zu verkaufen. Empfohlen wird nach Haus und Mensch, nicht nach Marke.