Ratgeber · Loxone vs. Home Assistant

Loxone oder Home Assistant: was passt zu deinem Haus?

Der Elektriker hat Loxone angeboten, im Bekanntenkreis schwärmt jemand von Home Assistant, und im Internet streiten beide Lager. Du willst kein Hobby, sondern ein Haus, das in zehn Jahren noch bedienbar ist. Ich setze beide Systeme um und empfehle nach Haus und Mensch, nicht nach Marke. Hier steht, worin sie sich wirklich unterscheiden und wann welches passt.

Was Loxone ist und für wen es gebaut wurde

Loxone kommt aus Kollerschlag im Mühlviertel und ist ein geschlossenes System. Im Verteiler sitzt der Miniserver, eine kleine Steuerung, an der alle Leitungen zusammenlaufen. Dazu kommen Taster, Aktoren und Sensoren aus dem eigenen Sortiment, verkabelt über Loxone Tree, einen zweiadrigen Bus, oder per Funk über Loxone Air. Fremde Hardware ist möglich, aber nicht der Kern der Sache.

Der Miniserver arbeitet komplett lokal, eine Hersteller-Cloud brauchst du nicht. Von unterwegs geht der Zugriff über den Loxone Cloud-DNS oder ein VPN. Die Bausteine für Automatikbeschattung und Raumregelung sind ausgereift, man stellt Parameter ein, statt Logik zu schreiben. Genau das macht das System so stabil. Es läuft oft jahrelang, ohne dass jemand hineinschaut.

Eingerichtet wird Loxone vom Partner mit der Software Loxone Config. Danach ist Loxone erstaunlich laienfreundlich: In der App stellst du Zeiten, Szenen, Solltemperaturen und das Verhalten der Beschattung selbst ein, ohne jemanden anzurufen. Den Partner brauchst du erst, wenn sich am Aufbau etwas ändert, etwa ein neuer Taster oder eine zusätzliche Extension. Mehr dazu unter Loxone planen und programmieren.

Was Home Assistant ist und wo es glänzt

Home Assistant ist Open Source, also freie Software, die eine weltweite Gemeinschaft entwickelt. Sie läuft lokal auf einem kleinen Rechner, etwa dem Home Assistant Green oder einem Mini-PC, und kostet keine Lizenz. Über 2.000 Gerätetypen lassen sich anbinden: KNX, Zigbee, Shelly, Wärmepumpen per Modbus, Wechselrichter von Fronius bis Huawei, Kameras, Saugroboter.

Das ist die große Stärke, und sie braucht jemanden, der sie sauber einrichtet. Wer heute in ein Smart Home investiert, will kein Hobby, sondern ein System, das fertig ist, wenn ich gehe. Genau so setze ich Home Assistant auf: Geräte angebunden, Automatik eingestellt, Dashboard auf dem Handy, Doku übergeben. Danach bedienst du es wie jede andere App.

Auch Home Assistant läuft ohne Hersteller-Cloud. Von unterwegs richte ich den Zugriff über Tailscale ein, ein VPN, das ohne Portfreigabe am Router auskommt. Nur Geräte, die selbst eine Cloud voraussetzen, brauchen das Internet. Wie ich das einrichte, steht unter Home Assistant vom Profi.

Loxone und Home Assistant im Vergleich

KriteriumLoxoneHome Assistant
HardwareMiniserver im Verteiler, eigenes Sortiment über Tree und AirHome Assistant Green oder Mini-PC, Geräte beliebiger Hersteller
LizenzKeine laufende Lizenz, Hardware ist der PreisKeine, Software ist frei
Wer programmiertLoxone-Partner mit Loxone ConfigDu selbst oder ein Integrator, über die Oberfläche
Änderungen späterVieles selbst in der App, Umbauten über den PartnerVieles selbst in der App, Umbauten durch mich oder dich
FremdgeräteÜber Modbus, Schnittstellen und Umwege, mit AufwandKernstärke, über 2.000 Gerätetypen
EnergiemanagementGut mit Loxone-Komponenten und angebundener WärmepumpeSehr gut, Wechselrichter und Wärmepumpen meist direkt anbindbar
BedienungLoxone-App und Touch-Taster, sehr einheitlichApp und Dashboards nach Wunsch, Taster je nach Hersteller
SupportHersteller und Partner, Anlage abhängig vom PartnerCommunity, Doku, auf Wunsch Wartung durch mich

Die Tabelle ist bewusst grob. Ein Haus mit fünf Shelly-Dosen ist ein anderer Fall als ein Neubau mit vierzig Tree-Tastern.

Was beides kostet

Bei Loxone zahlst du Hardware und Programmierung. Meine Planung und Integration für ein Einfamilienhaus beginnt bei 2.900 € inklusive Umsatzsteuer. Die Loxone-Hardware kommt nach Stückliste dazu und liegt für ein Einfamilienhaus typischerweise zwischen 4.000 und 12.000 €, je nach Umfang. Die Elektroinstallation macht der Elektriker nach meinem Plan.

Bei Home Assistant kostet die Zentrale 120 bis 400 €, eine Lizenz gibt es nicht. Mein Starterpaket mit Hardware, Einrichtung, Anbindung der vorhandenen Geräte, Dashboards und Einweisung beginnt bei 1.250 € inklusive Umsatzsteuer. Wer die Pflege abgeben will, nimmt die Wartung ab 49 € im Monat mit Updates, Backup-Kontrolle und Fernsupport.

Ehrlich verglichen ist Home Assistant im Bestand günstiger, weil vorhandene Geräte weiterverwendet werden. Im Neubau ist der Unterschied kleiner. Taster, Aktoren und Sensoren müssen in beiden Fällen gekauft werden, der Miniserver ist dann nur ein Posten von vielen.

Die Nachteile, die dir keiner sagt

Loxone bindet dich an ein Sortiment und an einen Partner. Wenn der Installateur nicht mehr erreichbar ist, steht die Anlage so lange still, bis jemand die Konfiguration übernimmt. Das ist einer der häufigsten Gründe, warum Leute bei mir anrufen. Fremde Geräte wie ein Saugroboter oder eine bestimmte Wärmepumpe lassen sich anbinden, aber mit Umwegen und Stunden.

Home Assistant hat kein Sortiment, das man im Verteiler klemmen kann. Im Neubau brauchst du trotzdem eine Basis für Licht und Beschattung, und die plant und verdrahtet der Elektriker: KNX, Bosch Smart Home oder Homematic IP, je nachdem, welche Taster dir gefallen und was das Budget hergibt. Updates sind bei Home Assistant freiwillig. Wer nicht updatet, bei dem ändert sich auch nichts, das System läuft weiter wie am ersten Tag. Aktualisiert wird, wenn du eine neue Funktion willst, und dann mache ich das.

Beide Systeme laufen ohne Cloud. Wer dir erzählt, Loxone brauche das Internet oder Home Assistant sei unsicher, weil es offen ist, hat sich beides nicht angeschaut.

Beides kombinieren: nur bei einer gewachsenen Loxone-Anlage

Ich kombiniere beide Systeme nur in einem Fall: Ein Haus läuft seit Jahren mit einem Loxone Miniserver Gen 1, ist über die Zeit gewachsen, aber in der Software ist nichts mehr dazugekommen, weil der Partner weg ist oder der Miniserver keine neuen Funktionen mehr bekommt. Dann bleibt Loxone für alles, was läuft, und Home Assistant kommt daneben für Neues: Wechselrichter, Wärmepumpe, Wallbox, Kameras. Dafür pflege ich eine eigene Loxone-Integration für Home Assistant, die auf der Downloads-Seite frei verfügbar ist. Wie das im Detail geht, steht im Ratgeber Loxone Miniserver Gen 1.

Bei einer Neuplanung gibt es die Kombination nicht. Wer Loxone will, bekommt alles von Loxone, damit ein System aus einer Hand entsteht. Wer das nicht will, bekommt Home Assistant mit KNX, Bosch Smart Home oder Homematic IP als Taster- und Aktor-Ebene. Wie der PV-Überschuss dann verteilt wird, steht im Ratgeber PV-Überschuss richtig nutzen und unter Energiemanagement.

So entscheidest du

Fünf Fragen reichen meistens. Geh sie ehrlich durch, und die Antwort ergibt sich fast von selbst.

Wenn du unsicher bist, schau ich es mir an. Beim Neubau anhand des Plans, im Bestand beim Smart-Home-Check vor Ort um 349 €, der auf einen Folgeauftrag angerechnet wird. Ich setze beide Systeme um und habe kein Interesse daran, dir das falsche zu verkaufen. Empfohlen wird nach Haus und Mensch, nicht nach Marke.

Häufige Fragen

Ist Home Assistant eine echte Alternative zu Loxone?

Ja, mit einer Einschränkung. Home Assistant kann alles, was Loxone kann, und bindet deutlich mehr Fremdgeräte ein. Es braucht jemanden, der es sauber einrichtet. Danach bedienst du es wie jede andere App, und die Wartung übernehme ich auf Wunsch.

Was sind die Nachteile von Loxone?

Du bist an das Loxone-Sortiment und an einen Partner gebunden. Vieles stellst du zwar selbst in der App ein, aber Umbauten am Aufbau laufen über den Partner, und wenn der nicht mehr erreichbar ist, muss jemand die Anlage übernehmen. Fremdgeräte wie Wechselrichter, Saugroboter oder Kameras lassen sich anbinden, aber mit mehr Aufwand als in Home Assistant.

Was kostet Home Assistant im Vergleich zu Loxone?

Home Assistant hat keine Lizenzkosten, die Zentrale kostet 120 bis 400 €, mein Starterpaket beginnt bei 1.250 € inklusive Umsatzsteuer. Loxone-Planung und Integration beginnt bei 2.900 €, dazu kommt die Loxone-Hardware nach Stückliste, im Einfamilienhaus typischerweise 4.000 bis 12.000 €. Im Bestand ist Home Assistant meist günstiger, im Neubau ist der Unterschied kleiner, weil Taster und Aktoren in beiden Fällen gekauft werden.

Kann ich Loxone und Home Assistant kombinieren?

Nur in einem Fall: wenn eine bestehende Loxone-Anlage mit Miniserver Gen 1 bleiben soll und Neues wie PV, Wallbox oder Kameras dazukommt. Dann läuft Home Assistant daneben, verbunden über meine Loxone-Integration, die frei auf der Downloads-Seite liegt. Bei einer Neuplanung kombiniere ich nicht: entweder alles Loxone oder Home Assistant mit KNX, Bosch Smart Home oder Homematic IP.

Ich will nie selbst an der Anlage arbeiten. Was passt dann?

Beides passt. Loxone läuft nach der Einrichtung jahrelang ohne Eingriff, und in der App stellst du Kleinigkeiten selbst ein. Home Assistant läuft genauso stabil, Updates sind freiwillig. Wer gar nichts damit zu tun haben will, nimmt bei Home Assistant die Wartung ab 49 € im Monat dazu, dann übernehme ich Updates, Backups und Fernsupport.

Frag mich direkt

Schreib mir, ob du neu baust oder sanierst, was der Elektriker angeboten hat und welche Geräte schon im Haus sind oder geplant. Ich sage dir ehrlich, welches System passt, auch wenn es das andere ist.

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